Medizinische Datenformate 3 - NON PUBLIC

Medizinische Datenformate

Aus einem Projekt heraus musste ich mir eine Meinung über die verschiedenen med. Datenformate bilden. Das war nicht ganz einfach. Eine Kurzzusammenfassung für die Interessierten (Teil 1/n).

Teil 3 - MIOs, openEHR

MIO

MIO steht für “Medizinische Informationsobjekte”, und das ist das Datenformat zur Kommunikation mit der elektronischen Patientenakte der KBVs und werden von der MIO42 GmbH entworfen. Aktuell sind vier MIOs festgelegt: Impfpass, zahnärztliches Bonusheft, Mutterpass und Kinder-Untersuchungsheft (Stand 2022-01-03, Quelle kbv.de).

MIOs und deren Aufbau werden nirgends “knackig” beschrieben, die normativen Festlegungen sind PDF Dateien die XML-FHIR-Schemata enthalten. Die folgenden Informationen sind also etwas “weich”.

MIOs verwenden FHIR Schemata zur Spezifikation, und scheinen auch FHIR-Kodierungen zu übernehmen. Eine Stellungnahme des Deutschen Hochschulmedizin e.V. zum PDSG aus dem Jahr 2020 allerdings moniert für den Bereich “Impfpass” bereits damals länderspezifische Abweichungen. Ob das inzwischen korrigiert wurde weiß ich nicht. Eine Veröffentlichung des Bundesinsituts für Arzneimittel und Medizinprodukte indes nennt MIOs offenbar (ich habe nur quergelesen, es sind 118 Seiten) nur als ein mögliches Datenformat für die Nutzung in DiGAs (digitale Gesundheits-Apps) und ist prinzipiell “OK” damit wenn etwas anderes zum Einsatz kommt - vorausgesetzt es ist ein im vesta-Portal der Gematik publizierter Standard. (Ja, das ist alles nicht ganz einfach).

Es scheint (und man korrigiere mich gern in diesem Punkt) dass MIOs zwar FHIR-Konventionen, Kodierungen und Strukturen verwenden, diese aber spiegeln statt einzubinden. Man nutzt also ein Objekt dass “aussieht” wie eine FHIR Ressource, allerdings mit anderen Identifier-Strings arbeitet. Auf technischer Ebene benötigt man also nach wie vor ein Mapping und muss sich für jeden Wert vergewissern ob er auch 1:1 übertragbar ist - weil das zwar u.U. eine Konvention (oder vielleicht sogar Prinzip) ist, aber mitnichten eine Pflicht oder Vorgabe. Eine HL7-FHIR-zertifizierte Anwendung sollte daher von Haus aus auch keine MIOs verarbeiten können.

https://www.bundestag.de/resource/blob/697142/8cdbc03344a24c388db86ea7983cc1bd/19_14_0165-23-_VUD_PDSG-data.pdf https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/D/DiGA-Leitfaden_2020.pdf

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