Medizinische Datenformate 2 - NON PUBLIC

Medizinische Datenformate

Aus einem Projekt heraus musste ich mir eine Meinung über die verschiedenen med. Datenformate bilden. Das ist eine Serie mit den Zusammenfassungen meiner Ergebnisse.

Die Zielgruppe sind nicht nur Personen die sich schon damit auskennen, sondern auch anderweitig interessierte Personen, die noch nicht unbedingt etwas von diesen Standards gehört haben. Einige IT Kenntnisse setze ich voraus, man sollte wissen was “strukturierte Daten” sind.

Ich habe das für mich zusammengetragen, sollten hier Fehler oder Unklarheiten bestehen wäre ich über einen Hinweis oder Ergänzung dankbar.

Teil 2 - DICOM, IHE, xDT

Im zweiten Teil geht es um weitere “Dinosaurier” der Healthcare IT Standards. Hier “[sandwichen][10]” wir zwei große, aktive Standards um einen kleineren herum, der in meinen Augen überfällig wäre für ein “FHIR makeover” (gemeint ist hier die Fundamentalität der Überarbeitung, nicht notwendigerweise das Ersetzen durch FHIR).

Dieser Teil ist außerdem wesentlich kürzer, da in diesem Bereich drastisch weniger Bewegung stattfindet.

DICOM

DICOM ist eine Abkürzung für “Digital Imaging and Communications in Medicine”. Ein Standard der früh notwendig wurde weil bildgebende Geräte (MRTs, Röntgen, CTs) Bilder in einem einheitlichen Format und in einem einheitlichen Container (vergleichbar mit MKV und h.264 - MKV ist der Container, h.264 das Format des in dem Container gespeicherten Datenstroms) mit einheitlichen Metadaten liefern sollten, sowie oft von der Software von Drittherstellern verwaltet werden mussten.

DICOM hat einen mittelmäßig guten Ruf, eine maximale Verbreitung, und einen extrem hohen Reifegrad. Der DICOM Standard spezifiziert ebenfalls nicht nur Datenformate, sondern auch Schnittstellen. Die Schnittstellen-Specs von DICOM orientieren sich ganz ähnlich zu HL7v2 nicht an heute bewährten Verfahren (da sie deutlich älter sind). Die Lösung hierfür ist DICOMweb, eine Erweiterung des Standards mit RESTful Schnitstellen.

https://www.dicomstandard.org/current https://www.dicomstandard.org/dicomweb

xDT

Wikipedia formuliert hier wieder sehr schön: “xDT (auch KVDT) ist eine Gruppe von Datenaustauschformaten, die im deutschen Gesundheitswesen im Bereich der niedergelassenen Ärzte benutzt werden. Sie wurden im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung erstellt. Die Formate haben eine gemeinsame, textorientierte Syntax, […].”

Es gibt verschiedene Sub-Kategorien von xDT, wobei das “x” immer durch einen Bezeichner ersetzt wird: “G"erätedatentransfer, “L"abordatentransfer, “B"ehandlungsdatentransfer, “A"brechnungsdatentransfer. GDT hat dabei die gleiche Aufgabe (wenn auch drastisch weniger breit ausdefiniert) wie DICOM, allerdings niemals für den Radiologie-Bereich (CT, MRT, Röntgen), sondern eher für EKG und andere kleinere oder spezialisierte Geräte.

Die Schnittstellen sind etabliert in den Praxen, da ich mich selbst aus der klinischen Brille informiert habe kann ich leider keine Aussage zu Verbreitung oder Standardisierungsgrad machen. Mir scheint dass eine Unmenge von Geräten & Sofwares das unterstützen, es langfristig allerdings verdrängt wird von leichtgewichtigeren, offenen und ggf. sogar international standardisierten Datenformaten.

https://www.qms-standards.de/standards/standards-zum-download/

IHE

IHE steht für “Integrating the Healthcare Enterprise”. Das ist weniger ein Datenformat als eine Architekturbeschreibung. Die Ausgangsbasis waren verschidene Anwendungsfälle, bei denen man die Frage gestellt hat “Wenn Einrichtungen übergreifend miteinander interagieren und Daten austauschen wollen - wie würde man das tun?”. Das Ergebnis ist IHE. Komponenten können die sog. “IHE Profile” unterstützen, und damit vordefinierte Rollen in einer vordefinierten Architektur einnehmen, die über vordefinierte Schnittstellen und Prozesse miteinander Kommunizieren.

Hier kommt das Thema “Datenformat” ins Spiel - diese (definierten!) Schnittstellen bauen meist auf SOAP und XML auf (auch IHE ist ein sehr altes Unterfangen). Es ist allerdings kein “klinisches Datenformat”, es ist eine “klinische Architektur”.

IHE wird immer noch ständig erweitert, und neuere Profile bauen auf REST und anderen Web Standards auf.

Unterschied zwischen FHIR und IHE (graham grieve, youtube)

https://www.ihe.net/